- Niederschwelligkeit
Unsere tägliche Arbeit im Kindertreff JoJo basiert auf dem Prinzip der Niederschwelligkeit: Wir gestalten den Zugang zu unseren pädagogischen Angeboten so einfach wie möglich und orientieren uns dabei direkt an den Lebenswelten unserer Besucher*innen. Dieses Prinzip ist ein zentraler Baustein unserer Offenen Kinder- und Jugendarbeit
Durch den Umzug in das neue Stadtteilhaus ist das JoJo im Erdgeschoss nun barrierefrei erreichbar. Diese gesteigerte Niederschwelligkeit erleichtert allen Kindern den Zugang zu unseren Angeboten. Die Kontinuität der Öffnungszeiten bleibt jedoch weiterhin von den personellen Ressourcen abhängig und kann sich noch nicht vollständig an den Bedarfen der Kinder orientieren.
- Offenheit
Die Nutzer*innen unserer alltäglichen pädagogischen Angebote benötigen keine Anmeldung und es fallen keine Kosten für sie an. Eine Ausnahme bilden hierbei Ausflüge, welche eine Anmeldung und einen angemessenen Kostenbeitrag erfordern.
Die Angebote des JoJo sind also für die gesamte Zielgruppe offen und an keinerlei Voraussetzungen oder Erwartungen geknüpft (vgl. Fehrlen / Koss, 2009, S. 28). Die Themen und Inhalte der Angebote werden nicht von den JoJo-Mitarbeiter*innen vorgegeben, sondern sind an den Themen, Fragen und Aktivitäten der Zielgruppe orientiert. Ebenso sind die JoJo-Angebote zentral und im direkten Lebensumfeld der Kinder angesiedelt sowie entsprechend gestaltet und kenntlich gemacht, sodass keine weiten und hochschwelligen Wege erforderlich sind.
- Freiwilligkeit
Das Prinzip der Freiwilligkeit besagt, dass die Kinder das JoJo freiwillig als Ort ihrer Freizeitgestaltung nutzen und selbst darüber entscheiden, welche Angebote sie wahrnehmen, worauf sie sich einlassen und wie lange. Wesentliche Aspekte der Freiwilligkeit sind das Erkennen eigener Bedürfnisse, Selbstbestimmung und die individuelle Motivation seitens der Kinder. Freiwilligkeit steht im Spannungsbogen mit einer gewissen Verbindlichkeit, die beispielsweise durch die Anmeldung für Fahrten/Ausflüge in den Ferien von Nöten ist. Außerdem müssen ein respektvoller Umgang untereinander und grundlegende Regeln des Zusammenlebens eingehalten werden.
- Partizipation
Hinter dem Prinzip der Partizipation steht, dass die Kinder, die das JoJo besuchen, nicht nur Adressat*innen, sondern aktive Gestalter*innen des Kindertreffs sind. Die Mitarbeiter*innen geben die Themen und Inhalte der Angebote nicht vor, sondern diese entstehen anhand der Interessen der Kinder. Bei der Planung und Umsetzung von Aktionen werden die Kinder eingebunden. Dadurch achten die Mitarbeiter*innen das Bedürfnis der Kinder sich selbst zu entfalten und begegnen ihnen auf Augenhöhe. Aufgrund der Freiwilligkeit und wechselnden Gruppenstrukturen unterliegen Ziele und Inhalte der Angebote einem stetigen Aushandlungsprozess. Partizipationserfahrungen dienen der Demokratiebildung und können extremistischen Orientierungen entgegenwirken (vgl. AGJF 2018, S. 16).
- Lebensweltorientierung
Das Wahrnehmen und die Akzeptanz der Interessen, Bedürfnisse, Deutungsmuster, Erfahrungen, Perspektiven und Werte der Nutzer*innen steht im Mittelpunkt der pädagogischen Arbeit des Kindertreff JoJo. Dies lässt sich auf die räumliche und strukturelle Verfügbarkeit und Ausgestaltung ebenso übertragen wie auf die Gestaltung und kontinuierliche Zugänglichkeit der pädagogischen Inhalte. Generell lässt sich die Orientierung an den Lebenswelten der Adressat*innen als „grundlegendes Denk- und Handlungsprinzip und Ausgangspunkt“ der Offenen Kinder- und Jugendarbeit beschreiben (AGJF, 2018, S. 16).

